Über

Die Bielefelder ASM SyncroTec GmbH wurde 2007 gegründet und ist aus den Firmen A.C.A. GmbH und der SyncroTec GbR hervorgegangen, die bereits seit Anfang der 90er Jahre gemeinsam Steuerungen entwickelt und gefertigt haben, die bis heute bei den größten Discountern im Einsatz sind. Hervorstechendes Merkmal dieser Antriebssteuerungen ist ihr adaptives Verhalten bei sich ändernden Betriebsbedingungen, um sicherzustellen, dass sich kein Kunde an sich bewegenden Teilen verletzen kann. Nicht zuletzt durch die ausgefeilten ASM-Software-Algorithmen erlangten die Produkte alle TüV- und BG-Zertifikate. 

Wegen solcher technischen Finessen und auch anderen innovativen Entwicklungen ist die ASM bereits seit vielen Jahren Insidern ein Begriff. Neben den Antriebssteuerungen wurden schon damals für die ersten Ampelanlagen mit LED-Signalen Ansteuerungen entwickelt, als noch niemand an LED’s im privaten Bereich dachte. Klar, dass es bei den Ampelanlagen auf die Ausfallsicherheit ankam. Diese Qualitätsansprüche wurden in alle anderen Produkte übernommen, so dass früh die Kundenforderung entstand auch spezielle LED-Leuchten für sie zu entwickeln. ASM stellte bereits 2009 ein polungsunabhängiges 2-Draht-System vor, dass z.B. auf Lichtschienen eine unabhängige Adressierung einzelner LED-Leuchten inkl. Helligkeits-, Farbtemperatur- oder Farb-Steuerung erlaubte. Im Nachgang zur Messe wurde ASM als innovativste Beleuchtungsfima vom Fachmagazin bezeichnet. Technisch entworfen, um auch in vorhanden Niedervolt-Halogenverkabelungen zum Einsatz zu kommen, wenn LEDs Halogenleuchten ersetzen und gleichzeitig individueller steuerbar sein sollen. Weder ist dazu eine Funkverbindung noch eine weitere Steuerleitung und erst recht keine Hochfrequenz, wie bei Powerline-Techniken notwendig. Eben ASM. 

Die Spezialisierung auf LEDs und passender Steuerungstechnik brachte auch ein 4-kanaliges (RGBW oder 4-fach Weiss) Hutschienen-Modul hervor, dass mit über 200W pro Modul, kaskadiert auch ein Vielfaches und in Kombination mit einem bekannten Gebäudeautomationssystem eingesetzt wird. Damit können Standard-LEDs in die Gebäudeautomation eingebunden werden. Eine Gestensteurung (siehe weiter unten) als Eingabegerät für das Gebäudeautomationssystem ergänzt alles. 

Zuletzt fiel ASM SyncroTec 2016 durch die Entwicklung einer völlig neuartigen Fernbedienung, innerhalb der Industrie 4.0 Initiative, in Würfelform auf. Der Cube mit einer Seitenlänge von rund 50mm kommt dabei ohne Tasten oder Touchsensoren aus und steuert allein durch Wahl seiner Position und Rotation, wie bei einen Drehknopf oder Poti. Nutzer erkennen unmittelbar die Funktion. Ist sie doch auf den 50x50mm großen Iconflächen gut darstellbar. Der Cube ist daher besonders für Personen mit eingeschränkten motorischen oder visuellen Defiziten geeignet und erweitert die Industrie 4.0 auf die Inklusion 4.0. Den ersten praktischen Einsatz fand der Cube als 4-kanalige Lichtsteuerung bereits 2016 im Innovations-Caravan eines großen bayrischen Caravan- und Wohnmobil-Herstellers, der das Konzept auf vielen europäischen Messen vorstellte. 

2017 kam noch die absolut einzigartige Gestensteuerung dazu. Auch hier ist Patentanmeldung erfolgt. Die Geste kann sogar hinter metallischen Flächen erkannt werden und kommt ohne Bildverarbeitung aus. Dazu wird die Gestensteuerungsplatine auf die mit einem individuellen Layout vorbereite Rückseite eines (Bad)Spiegels gesetzt und macht von dort aus alle Leuchten bedienbar. Zusätzlich kann durch die integrierte Uhr, eine circadianische Lichtgebung aktiviert werden, welche abhängig von der Tageszeit die passende Lichtsituation mit Farbtemperatur und Helligkeit herstellt. Auch hier sind keine Steuerleitungen notwendig, weil das System aus Gestensteuerung und circandianen Leuchten über 2.4 GHz, wie Bluetooth oder WLAN, koexistent ohne sich gegenseitig zu stören, kommuniziert. Da die Gestensteurung vollkommen berührungslos arbeitet, bleiben die Oberflächen sauber. Umgekehrt ist sie deshalb auch besonders geeignet, Übertragung von Keimen zu verhindern. Durch die Fähigkeit unter metallischen Flächen und ohne bewegte Teile zu funktionieren, ist damit auch ein Vandalenschutz gegeben. 

Möglich wurde das durch ein ASM-eigenes Funk-Protokoll, „PIP“ genannt, dass die Nachteile von Bluetooth mit der 1:1-Verbindung oder der Angreifbarkeit von WLAN vermeidet. PIP steht dabei für „primus inter pares“ (Erster unter Gleichen), was das System schon gut beschreibt. Das PIP-Konzept besteht aus funktechnisch identischen, bidirektional arbeitenden Einheiten, an denen lediglich spezialisierte Input- oder Output-Module angeschlossen sind. Die Funkbausteine sind ähnlich wie Bluetooth einzusetzen. Nur wird hier ein völlig eigenständiger PIP-Protokollstack verwendet, der Beschränkungen umgeht. 

Natürlich ist das PIP-System proprietär und nicht direkt kompatibel zu Bluetooth. Das ist aber gerade in bestimmten Anwendungen gewünscht. Es bietet dadurch einen höheren Schutz gegen Störer. Nicht weil zuletzt auch eigene Verschlüsselungen auf dem Übertragungsweg zum Einsatz kommen. PIP ist damit auch im Care- und Homecare-Bereich einzusetzen. Hier kann es Information aus dem Pflegebett heraus übertragen. Über das als auch als Empfänger agierende Gestenmodul der Gebäudeautomation verbunden, kann die verschlüsselte Information in beliebige Gebäudeteile übertragen und wieder ausgekoppelt werden. Ein neues Netzwerk ist nicht notwendig. Im Gebäude verteilte und mit der Automation verbundene Gestensteuerungen, können über Beacon-Signale Geräte oder Personen lokalisieren und verfolgen. 

Weil alle PIP ausgestatteten Geräte auf diese Weise sofort in eine Gebäudeautomation einzubinden sind, ergeben sich sofort Hersteller-übergreifende Anwendungen. So kann z.B. ein Badspiegelschrank mit seiner Beleuchtung über den Bewegungsmelder der Gebäudeautomation angesteuert werden. 

Natürlich sind auch Gateways für den Übergang auf andere Funksysteme auf Wunsch möglich. Etwa von PIP auf Bluetooth oder auf WLAN. Natürlich auch auf ein weiterführendes kabelgebundenes Netzwerk.